Ich habe nach langem hin und her ja im Mai 2022 endlich ein JobRad eBike geleast. Mein Ziel war es ja oft in die Firma zu fahren. Das sind gut 22km einfache Strecke von Leinfelden-Echterdingen Stetten nach Ehningen zur IBM.
Gesagt getan. So habe ich in den drei Jahren, in denen ich mein JobRad Leasing hatte, gut 7500km gefahren. So viel bin ich in meinem ganzen Leben nicht gefahren. Von April 2024 bis November 2025 war die Strecke "nur" 13km einfache Strecke, weil wir temporär von der IBM Lokation Ehningen ins IBM Labor Böblingen mussten. Somit sind es einige km weniger geworden, aber egal.
In den 3 Jahren JobRad hatte ich so einige Qualitätsprobleme mit dem 4399 Euro teuren Cannondale Tesoro Neo X2 mit Bosch Performance Line CX Motor, 625 Wh Akku etc.
Es fing nach kurzer Zeit mit dem Vorbau an. Der Lenker war immer locker. Anscheinend ein bekanntes Problem und so wurde ein neuer Vorbau eingebaut. Es gab ein knarzen beim Treten (2023) , welches aber nicht wirklich gefunden wurde (mehr später) und das quietschen der Federgabel.
Ok. da ich mit ca.115kg (seit 8 Jahren regelmässig Fitness, nun etwas mehr Muskeln, weniger Fett) nicht jedes eBike fahren kann, musste ich damals bei der Auswahl etwas ausosrtieren. Es gab ein paar weniger Anbieter, die eBikes mit einem Systemgewicht/Gesamtgewicht von 140/150kg im Sortiment hatten. Eines war davon das Cannondale Tesoro Neo X2, erhältlich bei einem eBike Händler ein paar km von mir entfernt.
Ohne JobRad hätte ich wohl nie solch ein teures eBike gekauft. 4399 Euro sind ne Menge Geld für ein Fahrrad. Einstiegsmotorräder kann man neu für weniger Geld bekommen. Gebrauchte Autos in einem meist zwar >10 Jahre aber TÜV fähigen Zustand. Mit dem Leasing und dem Rundum Service Vertrag sah es aber ok aus. Man hatte ja dann letztendlich 500 Euro JobRad Service Budget und die Versicherung und über 3 Jahre im Grunde keinen Stress.
Ich habe damals zwar verglichen aber mit den einzelnen Komponenten der eBikes trotzdem nicht wirklich viel recherchiert. Nachdem zwei Freunde zur selben Zeit auch jeweils ein JobRad beim selben Händler gekauft haben, ein Freund auch das Cannondale aber "nur" in L und nicht XL wie ich :-) war auch der Kontakt beim Händler mit Verkäufer und Werkstattmeisten top. Wir sind alle viel gefahren und waren oft dort wegen der Inspektionen etc.
Nachdem der Lenkervorbau mein erstes Problem war gab es bald kleingkeiten (die Ladebuchse beim Cannondale war unten am Rahmen, da wo sich Wasser ggf. sammelt und die Gummiabdeckung hält überhaupt nicht. Die Buchse war auch nach kurzer Zeit defekt und musste getauscht werden.
Als ich dann in der dunklen Jahreszeit durch die Wälder fuhr, wurde mir schnell klar, die im Stadtverkehr eigentlich zufriendestellende Beleuchtung war ien Witz. Im dunklen Wald, auf nassen Wegen war die Sicht sehr bescheiden. Als ich im Freundeskreis rumgefragt habe, was dort so genutzt wird, gab es Beleuchtung für 400+ Euro. Ich dachte, nee, nicht beim Leasingrad. Geplant war ja ein neues JobRad nach Ablauf der 3 Jahre zu holen. Also mal schlaugeschaut und eine Akku Lampe von Busch & Müller Ixon Space für etwas über 150 Euro gekauft. Top. Eine weit bessere Lichtausbeute. Im Wald sieht man endlich was.
Original Lampe:
Busch & Müller Ixon Space:
Also weitergeradelt, bei Wind und Wetter. Vernünftiger Kleindung nach und nach zugelegt. und bei 40 Grad im Sommer und bis -7C im Winter bei Schnee geradelt. Da ist aber dann wirklich die knappe Stunde Fahrt, trotz guter Bekleidung bei -7C und Windchillefekt das Limit bei mir.
Mehr muss es nicht sein.
2023 fing dann mit einem Problem an den Original Felgen an im März. Es gab Risse in den Felgen. Nicht so toll wenn man bedenkt, dass ich teilweise Bergab bis zu 70 km/h drauf habe. Felgen vorne und hinten wurden auf Kulanz getauscht. Mein Freund mit dem selben Cannondale hatte auch diees Problem. Also kein Einzelfall.
Die Reichweite des Bosch 625Wh Akkus hier im Bereich LE-Stetten nach Ehningen mit wie erähnt gut 22km und dem niedrigsten Punkt auf 420m und höchsten 550m (ca. 280m Auf/Abstieg) war immer ausreichend. Mit Eco/Tour oder Sport immer machbar. Turbo (bei Gewitter) war nur sinnvoll bei den längeren Anstiegen (bis 13% Steigung).
Reifenverschliess war ok, habe bisher einen Satz neue Schwalbe G-One Performance Allround ersetzt. Bremsbeläge, original von Shimano auch jeweils einen Satz.
2025 war dann ja eigentlich das letzte Jahr mit dem JobRad, jedoch hat sich meine Firma entschieden kein JobRad mehr anzubieten. Egal, ist halt so. So habe ich dann überlegt, das JobRad auf jeden Fall zu übernehmen. Ich war jahr Fahrtechnisch ansonsten zufrieden.
Nun wurde dann bei der letzen Inspektion festgestellt, dass mein Freilauf verschlissen war. Nun waren die Felgen etc. erst ca. 1 1/2 Jahre vorher erneuert worden und ich fragte halt , wie das sein kann. Es gab erneut die Aussage, naja, der Motor hat ja mit 85nM Drehmoment viel Leistung und beansprucht natürlich auch die Komponenten.
Ich meinte im Nebenraum stehen Nagelneuer 125er Motorräder mit mehr PS und mechanischen Teilen für weniger Geld und da hat man nach so kurzer Zeit sicherlich keinen Austausch des Hinterrades nötig. Sie meinten ich könne ja versuchen es über die JobRad Versicherung ersetzen zu lassen. Das wurde nach einiger Zeit abgelehnt. Nun hatte der Händler mir ja für die Versicherung einen Kostenvoranschlag zukommen lassen. Die wollten doch tatsächlich > 800 Euro für eine neue Felge, Kranz, Kette haben. Da ist mir die Kinnlade runtergefallen. Eine DT Swiss Felge H1700 mit Systemgewicht 110kg für 463 Euro. Allein die Preise fürs das an /abbauen der Sheibenbremse 35.70 Euro, Kassete, Reifen /Schlauch auch jeweils 35.70 Euro. Bremsscheibe ist nur ein Centerlock, das geht in sekunden. Also reine Apothekerpreise. Ja, die Mitarbeiter müssen auch bezahlt werden, doch wenn ich meine Autoreifen neu machen lasse, zahle ich 25 Euro pro Rad mit Auswuchten, Entsorgen des alten Reifens. Die Inspektionen waren auch nie wirklich billig, 90 Euro jedes Mal plus Teile, bei einem Fahrrad.
Ich abbe dann gefragt, warum man nicht den Freilauf austauscht ? Ja, der ist aktuell nicht erhältlich. Ich meinte, das ist ein JobRad, bei dem ich nichtmal weiss, ob ich es übenehmen werde, da zahle ich doch nicht 3 Monate vorher 800+ Euro. Naja, meinte die dann, das Teil ist aktuell nicht erhältlich, vielleicht in einem Monat. Da ich schon mehr als 5 Wochen auf mein Fahrrad warten musste, meinte ich, macht die Inspektion fertig und gebt mir das Rad. Nach weiteren 1 1/2 Wochen hatte ich dann mein Rad wieder. In der Zwischenzeit habe ich von einem Radhändler den Freilauf
Shimano Deore Xt FH-400MT für 36 Euro gefunden. Zu meinem Glück musste ich dann aber herausfinden, als ich die Felge nochmal schön gereinigt habe, dass ich wieder Risse in der Felge hatte. Ich hae mein Rad im Juni leicht staubig abgegeben. So kam es auch wieder. Der Händler hat sich nicht dazu geäussert. Auch nicht dazu, dass beim vorigen Ausbau das französische Ventil nicht richtig zugedreht worden war. So war bei meiner ersten Fahrt zur Firma (bevor ich die Risse bemerkte) die Luft hinten auf einem teilweise raus. Ein andere Radler hat mir kurz vor dem Ankommen in der Firma gesagt, schau mal auf Dein Hinterrad.
Dort angekommen habe ich gleich an unserer kleinen Servicestation die Luft auffüllen wollen. Beim abdrehen der Plastikkappe ist mir schon das Zischen entgegengekommen. So haben die wohl in der Eile oder so, das Ventil offen gehabt und weil der Plastikdeckel halt drauf gedrückt hat, ist langsam immer etwas Luft entwichen. Ich war sauer.
Viele kleine Qualitätsprobleme und so einige Patzer vom Händler /Werkstatt, die meine Freunde leider auch so bestätigen können.
Ich habe dann für 180 Euro bei Bike24 eine DT Swiss H1900 Felge mit 150kg Systemgewicht und den selben Komponenten (Kassette, Kette etc. ) insgesamt für knapp über 300 Euro ein neues Hinterrad selber eingebaut. Habe mir das fehlende Werkzeug mittlerweile zugelegt. An meinem Trabi habe ich ja nach Schulung etc. schon Bremsen. Bremsleitungen neu gemacht, Motor und Getriebe ausgebaut, ausgetauscht und das Getriebe regneriert. Da ist ein Fahrrad wirklich ein Witz.
Ich habe mich dann entschlossen das Cannondale zu übernehmen, musste nochmal 801 Euro am Ende zahlen. Nun ist es meins.
Naja, aber nach dem Tausch der Felge wurde das knarzen, welches ich 2023 schonmal auf Video aufgezeichnet hatte und dem Händler vorspielte, schlimmer. Zudem kam nun meine rechte Pedale an den Rahmen und beschädigte die Kunststoffabdeckung und nachher auch den Lack von der hinteren Strebe. Das war meistens unter Last Bergauf. In der Ebene eher weniger. Mist dachte ich. Nun hast Du das Rad übernommen und nun verreckt der Motor oder im schimmsten Fall ist der Rahmen gebrochen. Freunde haben bei der Fehlersuche Tipps gegeben. Ein wohl häufiges Problem für das knarzen sollen lockere Schrauben an der Motormontageplatte sein. Ich habe einen BOSCH Performance Line CX Gen.4 BDU 450 CX. Ich habe aber erstmal nirgends einen Tipp, Forumsbeitrag gefunden der auch deses Problem mit der Pedale am Rahmen beschreibt. Ich habe neue Kurbeln besorgt FSA Ck220/IS-WIDER. Die haben etwas mehr Spielraum zum Rahmen. Dann wurde ich aebr doch fündig. Bei einem 2020er Cube Rad mit dem CX Motor hat der Schrauber das selbe Problem mit den Beschädigungen am Rahmen im Video beschrieben. Dort waren die Schrauben auf der rechten Motorseite an der Montageplatte locker. Das führte zum knarzen und zu dem vielen Spiel mit dem Motor, der sich so weit bewegen konnte, dass die Kurbel an den Rahmen kommt. Kein Rahmenbruch oder so.
Also die richtigen, weiteren Werkzeuge besorgt (Torx 40 Bit usw.) und den Motor ausgebaut und voila. Das Problem war schlimmer. eine Schraube war schon komplett Kopflos und die andere halb herausschauend. Das Gewinde hielt die Schraube, die mitten im Loch gebrochen war noch irgendwie.
In einige Foren wurde abgeraten was am Motor zu machne, weil BOSCH es nicht zulässt, die Montageplatte selber zu lösen/befestigen aber hey, diese in meinen Augen Fehlkonstruktion war schon lange defekt und ich habe garkeine Wahl. Ein neuer Motor kostet 600+ Euro. Es ist nur ein kleiner Elektromotor in einem Alu Rahmen. Kein Trabimotor / Getriebe.
Die eine Schraube ihne Kopf habe ich komplett herausbekommen. Habe mit einer Metallsäge den noch herausschauenden oberen Teil angesägt und konnte mit einem Schraubendreher alles rausdrehen. Die andere Schraube (Torx mit Loch) habe ich mit einer Zange herausbekommen. Unten im Loch war der Rest der Schraube. Habe zwar ein Schraubenausdreherset besorgt. Konnte aber nicht wirklich mittig vorbohren. Also keine Chance. Dann halt versucht das M5 Gewinde aufzubohren und mit M6 Gewindeschneider erneuern. Leider ist der Bohrer ab dem übrig gebliebenen Teil der Schraube irgendwie abgeglitten und hat das Loch etwas grösser gemacht. Ich habe zwar ein Gewinde schneiden können, aber die Schraube hielt nicht. Das andere Loch konnte ich erfolgreicht auf M6 machen. Die Schraube hielt super. So habe ich mir ein M6 Helicoil set besorgt und das und das M6 Loch gefixt. Zwar musste ich die Schraube etwas kürzen, weil irgendwie die eine Nase am Ende nicht abbrach aber ich konnte die M6 Schraube schön festziehen und beide Schrauben auch mit Loctite fixieren. Die anderen Schrauben sitzen noch super. Nun quietsch nichts mehr und ich kann wieder weiterradeln.
Jedoch sind die meisten eBikes eine riesige Abzocke. Wenn ich mal bei meinem Cannondale die einzelnen Komponentan anschaue. Herrmans H-Black MR-4 Frontleuchte (25 Euro) mit luschiger Lichtausbeute, Shimano Deore 5100 Kassette 40 Euro (soweit sehr zuverlässig) etc. dann komme ich höchstens beim Bosch Motor mit Purion Display und Akku auf mehr als 1000 Euro. Die restlichen sagen wir mal 2500 Euro sind dann geiler Profit für den Hersteller (ok nicht ganz, aber die Haltbarkeit der Komponenten usw. ist sehr Verbessrungswürdig und deren Masseneinkaufspreise sind sicherlich weit unter meinen Preisen).
Es ist halt ein Hype. Einige Hersteller, die mit niedrigeren Preisen, guter Qualität mitmischen wollten, sind leider auf der Strecke geblieben. Die Händler, die ich nun in den Jahren kennenlernen durfte wollen auch mit verdienen. Da wird leider auch wenig Leistung für zu viel Geld verkauft. Macht von mir aus eine Pauschale für ein null acht fuffzehn Bike. Von mir aus 50 Euro pro Rad mit ausbau, einbau. Die neuen Reifen sind tatsächlich schwerer aufzuziehen, aber dafür haben die Händler auch besseres Werkzeug. Ich habe meine Erfahrungen gemacht, Werkzeug gekauft und werde in Zukunft wohl nur noch selten bei einem Händler auftauchen. Während der Garantiezeit ok, da nutzt man die Garantie für etwaige Probleme, aber ne Inspektion für gute 100 Euro, wo mein PKW (Toyota) bei der kleinen Inspektion "nur" 300 Euro kostet ist irgendwie auch nicht in Relation. Vor allem, wenn laut Foren und teilweise vom Hersteller bekannte Problem überhaupt nicht richtig geprüft/behoben werden und nur so lapidare Sprüche kommen wie, "der Motor hat halt viel Drehmoment und Sie sind ja mit über 100kg auch etwas kräftiger am Treten". Für die Qualität kann der Händler erstmal nichts, aber solche Sprüche sind sinnfrei.
Ich habe nun auch eine neue Suntour Sattelstütze - gefedert (die Originalstütze hat nun angefangen zu wackeln) und neue Pedal / Kurbeln. Nun hoffe ich, dass ich die nächsten ein paar tausend Kilometer mit normalen Verschleissbedingten Ausfällen über die Bühne bekomme.
















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